Medizinisches Glossar
Anästhesie, laparoskopisch, ambulant? Chirurgische Fachbegriffe verständlich erklärt — von A bis Z.
Wichtiger Hinweis
Dieses Tool dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Besprechen Sie alle Fragen zu Eingriffen immer mit einem qualifizierten Facharzt.
A
Abdominoplastik
Fachbegriff für die Bauchdeckenstraffung: Entfernung überschüssiger Haut und Straffung der Bauchmuskulatur, oft nach starker Gewichtsabnahme oder Schwangerschaften.
Siehe auch: Bauchdeckenstraffung, Rektusdiastase
Passende SpezialistenAmbulante Operation
Eingriff, nach dem Sie noch am selben Tag nach Hause gehen können — ohne Übernachtung in der Klinik. Voraussetzung ist eine Begleitperson für die ersten 24 Stunden.
Siehe auch: Stationäre Behandlung
Anamnese
Das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch vor einer Behandlung: Krankengeschichte, Medikamente, Allergien und Vorerkrankungen werden erfasst.
Anästhesie
Oberbegriff für alle Verfahren der Schmerzausschaltung: Lokalanästhesie (örtlich), Regionalanästhesie (z. B. Spinalanästhesie), Dämmerschlaf (Sedierung) und Vollnarkose.
Siehe auch: Vollnarkose, Lokalanästhesie, Dämmerschlaf
Anschlussheilbehandlung (AHB)
Reha-Maßnahme direkt nach einem Krankenhausaufenthalt, z. B. nach Gelenkersatz. Wird bei Kassenleistungen in der Regel von der Kranken- oder Rentenversicherung getragen.
Arthroskopie
Gelenkspiegelung: minimalinvasiver Eingriff, bei dem eine kleine Kamera über wenige Millimeter große Schnitte ins Gelenk eingeführt wird — Diagnose und Behandlung in einem.
Siehe auch: Minimalinvasive Chirurgie
Passende SpezialistenAugmentation
Medizinischer Begriff für „Vergrößerung" oder „Aufbau", z. B. Brustaugmentation (Brustvergrößerung) mit Implantaten oder Eigenfett.
Siehe auch: Implantat, Lipofilling
Passende SpezialistenB
Bariatrische Chirurgie
Adipositas-Chirurgie: Operationen zur Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht, z. B. Magenbypass oder Schlauchmagen. Ab BMI 35–40 unter bestimmten Bedingungen Kassenleistung.
Siehe auch: Magenbypass, Schlauchmagen, BMI
Passende SpezialistenBlepharoplastik
Fachbegriff für die Augenlidstraffung: Entfernung überschüssiger Haut (und ggf. Fettgewebe) am Ober- oder Unterlid.
BMI (Body-Mass-Index)
Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße (kg/m²). Wichtiges Kriterium für die Eignung zu bestimmten Eingriffen, z. B. bariatrische Chirurgie (ab BMI 35–40) oder Fettabsaugung (ideal unter 30).
Siehe auch: Bariatrische Chirurgie
D
Dämmerschlaf
Sedierung mit Beruhigungs- und Schmerzmitteln: Sie schlafen leicht, atmen aber selbstständig. Schonender als eine Vollnarkose, üblich bei kleineren Eingriffen.
Siehe auch: Anästhesie
Drainage
Dünner Schlauch, der nach einer OP Wundflüssigkeit und Blut ableitet. Wird meist nach 1–3 Tagen entfernt.
Dumping-Syndrom
Mögliche Folge nach Magenbypass: zu schnelle Magenentleerung führt zu Kreislaufbeschwerden nach dem Essen. Durch angepasste Ernährung meist gut kontrollierbar.
Siehe auch: Magenbypass
Passende SpezialistenE
Endoprothese
Künstlicher Gelenkersatz, der dauerhaft im Körper verbleibt — am häufigsten Hüft-TEP und Knie-TEP. Haltbarkeit heute meist 15–25 Jahre.
Siehe auch: TEP
Passende SpezialistenF
Facelift (Rhytidektomie)
Operative Gesichtsstraffung: Haut und tiefere Gewebeschichten (SMAS) werden angehoben und gestrafft. Wirkung hält ca. 8–12 Jahre.
Siehe auch: SMAS
Passende SpezialistenFUE (Follicular Unit Extraction)
Moderne Haartransplantationstechnik: Einzelne Haarfollikel werden aus dem Haarkranz entnommen und in kahle Areale verpflanzt — ohne sichtbare Streifennarbe.
Siehe auch: Haartransplantation
Passende SpezialistenH
Hämatom
Bluterguss: Einblutung ins Gewebe nach einer OP oder Injektion. Klingt in der Regel innerhalb von 1–3 Wochen ab.
Hyaluronsäure
Körpereigener Feuchtigkeitsspeicher, der als Filler zum Unterspritzen von Falten und zum Formen (Lippen, Nase, Wangen) verwendet wird. Baut sich über 6–18 Monate ab.
Siehe auch: Filler
Passende SpezialistenI
Implantat
Künstliches Material, das dauerhaft in den Körper eingebracht wird — z. B. Silikon-Brustimplantate, Zahnimplantate oder Gelenkprothesen.
Siehe auch: Kapselfibrose
K
Kapselfibrose
Mögliche Komplikation nach Brustimplantaten: Das körpereigene Narbengewebe um das Implantat verhärtet sich. Häufigster Grund für Wechseloperationen.
Siehe auch: Implantat
Passende SpezialistenKompressionswäsche
Eng anliegende medizinische Kleidung (Mieder, BH, Bandage), die nach Eingriffen wie Fettabsaugung oder Straffungen Schwellungen reduziert und das Ergebnis formt. Tragedauer meist 4–6 Wochen.
L
Laparoskopische Chirurgie
„Schlüsselloch-Chirurgie" im Bauchraum: Operation über wenige kleine Schnitte mit Kamera und Spezialinstrumenten. Vorteile: weniger Schmerzen, schnellere Erholung, kleinere Narben.
Siehe auch: Minimalinvasive Chirurgie
Passende SpezialistenLASIK / Femto-LASIK
Augenlaserverfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit: Ein dünner Hornhautdeckel (Flap) wird präpariert, darunter wird die Hornhaut mit dem Laser modelliert.
Siehe auch: ReLEx SMILE
Passende SpezialistenLipofilling
Eigenfett-Transfer: Fett wird an einer Körperstelle abgesaugt, aufbereitet und an anderer Stelle (Brust, Gesicht, Po) injiziert. Ca. 60–80 % des Fetts heilt dauerhaft ein.
Siehe auch: Eigenfett
Passende SpezialistenLiposuktion
Fachbegriff für die Fettabsaugung: Entfernung lokaler Fettdepots über dünne Kanülen. Keine Methode zur Gewichtsreduktion, sondern zur Körperformung.
Lokalanästhesie
Örtliche Betäubung: Nur das Behandlungsareal wird schmerzunempfindlich gemacht, Sie bleiben wach. Übliche Form bei kleineren Eingriffen wie Lidstraffung oder Ohrkorrektur.
Siehe auch: Anästhesie
M
Magenbypass
Bariatrische Operation, bei der der Magen verkleinert und ein Teil des Dünndarms umgangen wird. Führt zu starkem, nachhaltigem Gewichtsverlust; lebenslange Nachsorge nötig.
Siehe auch: Bariatrische Chirurgie, Dumping-Syndrom
Passende SpezialistenMammareduktion
Fachbegriff für die Brustverkleinerung. Bei nachgewiesenen körperlichen Beschwerden (Rückenschmerzen, Ekzeme) häufig Kassenleistung nach Gutachten.
Mastopexie
Fachbegriff für die Bruststraffung: Anhebung der Brust durch Entfernung überschüssiger Haut, mit oder ohne Implantat.
Minimalinvasive Chirurgie
Operationstechniken mit kleinstmöglichen Zugängen („Schlüsselloch-Chirurgie"): weniger Gewebeverletzung, kleinere Narben, kürzere Erholungszeit als bei offener OP.
Siehe auch: Laparoskopische Chirurgie, Arthroskopie
MKG-Chirurgie
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: Fachgebiet an der Schnittstelle von Medizin und Zahnmedizin — von Weisheitszähnen über Kieferfehlstellungen bis zu Gesichtsverletzungen.
N
Narbenpflege
Maßnahmen für ein unauffälliges Narbenbild: Silikongel/-pflaster, Massage, konsequenter UV-Schutz für 12 Monate und Vermeidung von Zugbelastung.
Nachsorge
Alle Kontrolltermine und Maßnahmen nach einer OP: Wundkontrollen, Fadenzug, Verbandswechsel, Kompressionsbehandlung. Entscheidend für ein gutes Endergebnis.
O
Otoplastik
Fachbegriff für die Ohrkorrektur, meist das Anlegen abstehender Ohren. Bei Kindern häufig Kassenleistung.
Ö
Ödem
Wassereinlagerung/Schwellung im Gewebe — nach Operationen normal und meist innerhalb von Wochen rückläufig. Lymphdrainage kann den Abbau unterstützen.
R
Rekonstruktive Chirurgie
Wiederherstellende Chirurgie nach Unfällen, Tumoren oder Fehlbildungen — z. B. Brustrekonstruktion nach Krebs. Im Gegensatz zur ästhetischen Chirurgie meist Kassenleistung.
Rektusdiastase
Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln (häufig nach Schwangerschaften). Kann im Rahmen einer Bauchdeckenstraffung mitkorrigiert werden.
Siehe auch: Abdominoplastik
Passende SpezialistenReLEx SMILE
Augenlaserverfahren ohne Hornhautdeckel: Über einen 2–4 mm kleinen Zugang wird ein Gewebescheibchen (Lentikel) entnommen. Besonders schonend für die Hornhautstabilität.
Siehe auch: LASIK / Femto-LASIK
Passende SpezialistenRhinoplastik
Fachbegriff für die Nasenkorrektur — funktionell (Atmung) und/oder ästhetisch (Form). Eine der anspruchsvollsten Operationen der plastischen Chirurgie.
S
Septumdeviation
Verkrümmung der Nasenscheidewand, die die Atmung behindern kann. Die Korrektur (Septumplastik) ist bei Beschwerden Kassenleistung.
Siehe auch: Rhinoplastik
Passende SpezialistenSerom
Ansammlung von Wundflüssigkeit im OP-Gebiet. Kleine Serome bilden sich von selbst zurück, größere werden punktiert.
SMAS
Bindegewebsschicht des Gesichts (Superficial Musculoaponeurotic System), die beim modernen Facelift mitgestrafft wird — für ein natürlicheres, länger haltendes Ergebnis.
Siehe auch: Facelift (Rhytidektomie)
Passende SpezialistenSchlauchmagen
Bariatrische Operation, bei der ca. 80 % des Magens entfernt werden. Einfacher als der Bypass, aber mit Reflux als möglichem Langzeitrisiko.
Siehe auch: Bariatrische Chirurgie
Passende SpezialistenStationäre Behandlung
Behandlung mit mindestens einer Übernachtung im Krankenhaus — bei größeren Eingriffen oder erhöhtem Überwachungsbedarf.
Siehe auch: Ambulante Operation
T
TEP (Totalendoprothese)
Vollständiger künstlicher Gelenkersatz, z. B. Hüft-TEP oder Knie-TEP. Eine der erfolgreichsten Operationen der Medizin.
Siehe auch: Endoprothese
Passende SpezialistenThromboseprophylaxe
Maßnahmen zur Vorbeugung von Blutgerinnseln nach OPs: Heparin-Spritzen, Kompressionsstrümpfe, frühe Mobilisation. Besonders wichtig bei längeren Eingriffen.
Tumeszenz-Lokalanästhesie
Spezielle örtliche Betäubung für die Fettabsaugung: Große Mengen verdünnter Betäubungslösung machen das Fettgewebe gleichzeitig betäubt und leichter absaugbar.
Siehe auch: Liposuktion
Passende SpezialistenV
Vollnarkose
Allgemeinanästhesie: Sie schlafen tief, Schmerzempfinden und Bewusstsein sind vollständig ausgeschaltet, die Atmung wird überwacht/unterstützt. Nüchternheit vor der OP ist Pflicht.
Siehe auch: Anästhesie
W
Wundheilungsstörung
Verzögerte oder gestörte Heilung einer OP-Wunde. Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Durchblutungsstörungen. Der wichtigste beeinflussbare Faktor: Rauchstopp vor der OP.
Z
Zweitmeinung
Unabhängige Einschätzung eines zweiten Facharztes vor einer Operation. Bei planbaren Eingriffen sinnvoll und teils gesetzlich verankert — seriöse Chirurgen unterstützen das.
Fachchinesisch verstehen — bessere Entscheidungen treffen
Wer die Begriffe aus Aufklärungsbogen und Arztgespräch versteht, stellt die besseren Fragen. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten chirurgischen Begriffe patientenfreundlich — ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit eines Lehrbuchs. Begriffe rund um unsere Plattform (Bewertungen, Einträge) finden Sie im Plattform-Glossar.